Ein Wald, der anziehend ist.

In Deutschland gibt es sehr viel Wald. Rund ein Drittel Deutschlands ist von Wald bedeckt. Dabei sind die Wälder ganz unterschiedlich. Auf den eher sandigen Böden im Norddeutschen Tiefland wachsen viele Kiefern. In den Mittelgebirgen vom Sauerland bis zum Bayerischen Wald dominiert die Fichte. Nur an einigen Stellen haben sich Buchenwälder erhalten. Warum ist das so? Im Mittelalter haben die Menschen für fast alles im täglichen Leben Holz benötigt. Man nutze mehr Holz, als in den Wäldern nachwachsen konnte. Als man bemerkte, dass das Holz bald alle sein würde, begann man, neue Wälder zu pflanzen. Allerdings tat man dies mit den schnellwachsenden Baumarten wie. z.B. der Fichte. Jeder zweite der rund 90 Milliarden Bäume, die in Deutschlands Wäldern stehen, ist eine Fichte oder Kiefer.

Kein Platz im Wirtschaftswald:
Kein Platz im Wirtschaftswald: "Baumveteranen" wie diesen findet man nur noch in Schutzgebieten.

Nur rund 15% beträgt der Anteil an Buchen. Eichen, Ahorne, Linden oder Tannen gibt es noch viel weniger. Deshalb ist es wichtig, gerade Wälder aus diesen Baumarten zu schützen und außerdem - so wie es in der Rhön geschehen soll – auch die Wälder zu schützen, in denen diese seltenen Baumarten in Zukunft wieder das Waldbild bestimmen sollen.

Was aber hat das mit Tourismus zu tun? Ein Nationalpark hat ein ganz bestimmtes Ziel. Dieses besteht darin, dass sich der Wald so entwickeln kann, wie er es tun würde, wenn es den Menschen nicht gäbe. Das bedeutet, die Bäume werden alt und dick und sterben irgendwann ab. Über ihr ganzes Baumleben von mehreren Hundert Jahren bieten sie dabei vielen anderen Tieren und Pflanzen Nahrung, Schutz und Lebensraum. In einem Nationalpark kann man also Wälder erleben, die es so nur noch ganz, ganz selten gibt - eben in einigen der Nationalparke in Deutschland.

Und es ist natürlich klar, dass viele Menschen solche Wälder, die sie so noch nie gesehen haben, einmal hautnah erleben und mehr darüber erfahren möchten. Deshalb fahren sie am Wochenende oder auch in ihrem Urlaub genau in diese Regionen in Deutschland, wo Nationalparke entstanden sind. Denn den normalen Wald, mit seinen in Reih und Glied wachsenden Monokulturen aus Kiefern und Fichten kann man sich fast überall ansehen.

Dass sehr, sehr viele Menschen gerne in Nationalpark-Regionen Urlaub machen, weiß man ganz genau. Man hat die Menschen befragt, wie warum sie den Nationalpark besuchen, wie lange sie bleiben und auch, wieviel Geld sie für ihren Urlaub in einem Nationalpark ausgeben. Dabei kam heraus, dass das Geld, dass die Touristen in einer Nationalparkregion ausgeben ausreicht, um bis zu 700 Menschen einen Vollzeitarbeitsplatz zu finanzieren. Das ist besonders für eine ländliche Region wie der Rhön sehr, sehr wichtig, weil es hier nur sehr wenige Arbeitsplätze gibt. Deshalb verlassen vor allem viele junge Menschen die Rhön, um sich in den großen Städten wie Nürnberg oder München eine Arbeit zu suchen.

Ein Nationalpark Rhön ist wie eine große Firma. Ihr Betriebskapital sind die geschützten Wälder der Rhön. Dadurch finden viele Hundert Menschen in ihrer Heimat einen Arbeitsplatz. Nicht so viele junge Menschen müssen die Region verlassen. Somit nutzt ein Nationalpark in vielerlei Hinsicht - er schützt die Natur und hilft den Menschen.

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