Staatswald: Ein Wald, der uns allen gehört

Schon mal gesehen?
Schon mal gesehen? Ein Wald ist mehr als Baum und Hirsch

Für einen Nationalpark braucht man natürlich Wald, nicht nur ein paar Hektar, sondern schon ganz schön viel. Ungefähr 10.000 Hektar sollen es sein. In der Rhön gibt es diesen Wald, sogar noch viel, viel mehr, aber 10.000 Hektar sollen reichen.
Der Wald in Deutschland - davon gibt es übrigens über 11 Millionen Hektar - hat verschiedene Eigentümer.

Ein Wald kann
- einer einzelnen Person gehören (Privatwald),
- einer Gemeinde oder Stadt gehören (Kommunalwald),
- uns allen gehören (Staatswald).

Schon mal gesehen?
Schon mal gesehen? In Deutschland gibt es über 1.000 Arten von Moosen.

Außerdem muss ein Wald verschiedene Aufgaben erfüllen.

Der Wald hat eine
- Nutzfunktion (Holz fällen und verarbeiten, Beeren und Pilze sammeln)
- Schutzfunktion (Schutz vor Lärm oder Lawinen, Schutz vor Bodenerosion und Schutz der Trinkwasserquellen, Schutz vor Hochwasser)
- Erholungsfunktion (Wandern, Joggen, Rad fahren, spazieren gehen, Urlaub machen, Ausspannen, zur Ruhe kommen – diese Aufzählung ist bestimmt nicht vollständig.)
- Funktion als Lebensraum (Lebens- und Rückzugsraum für Pflanzen und Tiere, viele davon auch selten oder gar vom Aussterben bedroht)

Allerdings kann der Wald nicht alle seine Funktionen an jeder Stelle gleich gut erfüllen. Im Hochgebirge muss die Nutzfunktion hinter der Schutzfunktion zurückstehen, wenn es um Lawinen- oder Erosionsschutz geht. Die Nutzung von Holz, also die Nutzfunktion, steht in Waldgebieten im Vordergrund, bei denen Boden und Klima gute Wuchsleistungen zulassen und der Wald uns nicht vor Gefahren schützen muss.

Schon mal gesehen?
Schon mal gesehen? Kein großer Lebensraum - aber deshalb nicht schützenswert?

Manche Waldgebiete aber sind besonders gut für die Funktion als "Lebensraum" geeignet. Oft stehen solche Wälder auf besonderen Böden. Das ist z.B. in der Rhön der Fall, wo Wald auf dem seltenen Basaltgestein wächst. Die dort zu findenden Waldgesellschaften sind selten und bieten ganz bestimmten und seltenen Pflanzen- und Tierarten Schutz und Lebensraum. Genau solche Wälder gibt es bei uns in der Rhön!
Jedoch muss man, wenn man den Wald und seine Bewohner wirklich richtig gut schützen möchte, darauf verzichten, das Holz der Bäume zu nutzen. Viele Tiere und Pflanzen brauchen nämlich alte, morsche, absterbende oder sogar tote Bäume als ihren Lebensraum. In den Höhlen alter Buchen leben Siebenschläfer, selten Spechtarten oder auch Eulen. Viele Pilz-, Moos- und Flechtenarten gibt es nur in sehr alten Wäldern.

Deshalb wird ein Nationalpark immer nur im Staatswald – also in dem Wald, der uns allen gehört – ausgewiesen. Dafür verzichten wir alle auf etwas Geld aus dem Holzverkauf. Diesen Verzicht aber kann man nicht von privaten Waldbesitzern oder auch Gemeinden verlangen. Schließlich ist der Wald deren Eigentum, dass sie natürlich nutzen dürfen und sollen. Oftmals leben ganze Familien von der Nutzung des Waldes, in dem sie das Holz verkaufen oder Jägern erlauben, in ihrem Wald zu jagen. Städte und Gemeinden, die Wald besitzen, können von dem Geld, dass sie beim Verkauf des Holzes bekommen, Dinge für ihre Bürger bezahlen, z.B. einen neuen Spielplatz oder die neue Straßenbeleuchtung. Und deshalb ist es natürlich auch abwegig und falsch, dass der Wald privater Waldbesitzer oder der Wald von Kommunen enteignet wird, um ihn in den Nationalpark einzugliedern. Leider wird das aber immer wieder von den Gegnern der Nationalparkidee behauptet.

Daher ist es ganz wichtig zu wissen: Für einen Nationalpark kommt ausschließlich Staatswald in Frage - Wald, der uns allen gehört.

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