Keine Gefahr! Ein Borkenkäfer mag keine Buchen

Fichtenmonokultur:
Fichtenmonokultur: Damit der Borkenkäfer nicht mehr zu einer Gefahr für die umliegenden Privatwälder werden kann, werden die Fichtenbestände in Buchenwälder umgewandelt.

Fichtenborkenkäfer mögen - wie der Name es verrät - Fichten. Um aber eine Gefahr für den Wald zu werden, braucht es viele, viele, viele Borkenkäfer, denn ein einzelner Käfer kann einer Fichte nichts anhaben. Viele Käfer gibt es aber nur dort, wo auch viele Fichten wachsen. Dazu sollte es noch schön warm sein, denn die Käfer lieben die Wärme, weil sie sich dann besonders gut vermehren können. Gerade in warmen und trockenen Sommern haben es die Fichten schwer, sich gegen die Borkenkäfer zu wehren, denn Fichten haben sehr flache Wurzeln. Trocknet im Sommer der Boden aus, bekommen die Fichten nicht mehr genug Wasser. Dadurch können sie nicht mehr genügend Harz bilden, um sich damit gegen die Käfer zu wehren. Man spricht dann von einer Massenvermehrung.

Das kann in der Rhön aber nicht passieren. Hier fehlen die großen Fichtenbestände wie in Niederbayern oder Schwaben. Die meisten Böden sind auch gut mit Wasser versorgt, so dass die Fichte nicht so leicht unter Wassermangel leidet. Außerdem kontrollieren die Förster im Sommer die Fichtenbestände regelmäßig auf Käferbefall. Befallenen Bäume werden sofort gefällt und aus dem Wald heraus transportiert. Auch private Waldbesitzer sind verpflichtet, ihre Fichten auf Käferbefall zu prüfen und diese im Falle eines Falles zu fällen und aus dem Wald herauszuschaffen.

Steht die Fichte aber in Mischbeständen mit z.B. Buchen, kühlen die Buchen durch ihren Schatten das Waldinnere. Das merken auch wir, sobald wir einen Laubwald betreten - es wird angenehm kühl. Dieses kühle Klima mögen die Borkenkäfer gar nicht und befallen Fichten, die durch Buchen "beschützt" werden, deutlich seltener. Inzwischen hat man auch erkannt, dass reine Fichtenbestände wie in den "Schwarzen Bergen" gar nicht so gut sind. Deshalb hat die Forstverwaltung bereits damit begonnen, die anfälligen Fichtenbestände in stabile, widerstandsfähige und gesunde Mischwälder umzubauen, in denen es ganz viele Buchen und nur noch einzelne Fichten geben wird. In diesen Buchenwäldern wird der Fichtenborkenkäfer keinen Lebensraum mehr finden. Dadurch schützt der Nationalpark auch die benachbarten Fichtenwälder der Privatwaldbesitzer.

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