Fachlich falsch und irreführend

Stellungnahme zum Vortrag Küster.

Fachlich falscher und irreführender Vortrag von Prof. Küster zum Thema "Biodiversität im Nationalpark".

Unser Kommentar:

Durch kaum zu übertreffende, fachlich falsche Aussagen hat Prof. Küster seinen Vortrag mit einem Angriff auf das Bundesnaturschutzgesetz (§ 5) begonnen. Ziel des Referenten - der aufgrund seiner Ausbildung als Geobotaniker im Grunde kaum in der Lage ist, biologische Vielfalt im Gesamtkontext der Ökologie zu bewerten - war es, auf unwissenschaftlicher Basis die Zuhörer gegen die biologische Vielfalt eines Nationalparks aufzuwiegeln und den Menschen als alleinigen "Macher" von Naturvielfalt darzustellen.

Er hat den Zuhörer vor die Wahl gestellt: Entscheide dich für eine Natur, die nur der Mensch machen kann, oder für eine Natur, Wildnis genannt, die artenärmer ist und zudem den Menschen „gefährdet“.

Alleine die beispielhafte Anführung des Raubwürgers als einen Bewohner von Heckenlandschaften, (und damit eines Bewohners unserer Rhöner Kulturlandschaft), der angeblich durch einen Nationalpark gefährdet würde, zeigt die beispiellose Irreführung der Zuhörer und diente letzten Endes lediglich dem Ziel, die Landwirtschaft als Retter der Biodiversität darzustellen.

Der Referent hat mit dem Drohszenario "Zuwucherung der gesamten Landschaft" die Spitze des Machbaren übertroffen und damit durch seine - den möglichen Nationalpark betreffenden Falschaussagen - die Anwesenden aufgerufen, die Rhön zu "retten" und eine Natur zu verhindern, die nach seiner Ansicht nicht schön ist.


Der Vortrag von Prof. Küster können Sie hier auf YouTube verfolgen.

Grundsätzliche, falsche Aussagen

Eine grundsätzliche falsche Aussage trifft Herr Küster über den Artenreichtum in einem potentiellen Nationalpark Rhön. „Wer sich für Wildnis entscheidet, entscheidet sich für einen einförmigen Wald, den kein Tourist sehen will“, so die Aussage von Küster. Diese Einschätzung teilen unsere Experten nicht. Unsere artenreichsten und seltensten Wälder haben sich entwickelt, weil sie schon vor langer Zeit aus der Nutzung genommen wurden, zu finden sind diese in den Naturwaldreservaten der Rhön. Aus den Erfahrungen der Naturwaldreservate weiß man also um das enorme Potential unserer Wälder sich in einen aufregenden, ursprünglichen Wald zu entwickeln. In einem Nationalpark Rhön geht es darum dieser Entwicklung mehr Raum zu geben.

Dass diese Art von Natur Touristen nicht anzieht bestätigt die Erfahrung aus dem Biosphärenreservat ebenfalls nicht. In die Kernzonen des Biosphärenreservates werden regelmäßig Besuchergruppen wie auch Forschergruppen und Studenten geführt. Besucherzahlen der deutschen Nationalparke widerlegen diese Aussage seitens Küster ebenfalls.

Ein Nationalpark wertet die Region auf

Zu den Aussagen von Paul&Co-Inhaber zu unserer Jugend und zur Abwanderungsproblematik, die er darauf zurückführt, dass die Großstadt eben aufregender ist halten wir entgegen: Genau deswegen müssen wir den Bezug zur Natur wiederherstellen und die junge Generationen wieder an Naturthemen heranführen. Mit vielen Bildungs- und Erlebniseinrichtungen in einem Nationalpark könnte das gelingen. Außerdem sind wir der Meinung, dass die Landfluchtproblematik auch damit zu tun haben könnte, dass man sich hier in der Rhön selten auf Innovationen und Veränderung einlässt (bezeichnend dafür ist die NLP-Diskussion), was es extrem schwierig für junge weltoffene Generation macht, hier ihre Träume zu verwirklichen.

Unsere Vision

Unsere Vision ist es, dass sich eine Symbiose mit dem Nationalpark, dem Biosphärenreservat, den Gemeinden und Kurstädten und den Bildungseinrichtungen der Rhön entwickelt; unsere Region Vorreiter wird, wenn es um eine verträgliche Bewirtschaftung der Kulturlandschaft und entsprechenden Schutz alter Wälder geht. So wird die Rhön ein Abbild verschiedenster Lebensräume von Kulturlandschaft bis Urwald. Wir wollen Waldtherapiezentrum werden. Der Wald soll in seiner Gesamtheit mit allen seinen Prozessen und Leistungen betrachtet werden. Denn wir sind auf den Erholungswert einer wilden Rhön angewiesen und wollen, dass dieser Wert wissenschaftlich erforscht wird. Uns geht es nicht nur um das touristische Potential eines Nationalpark Rhön; wir denken in größeren Dimensionen und erkennen das weitgreifende Potential für viele Bereiche der Rhöner Gesellschaft.

Die Rhön wird mit einem Nationalpark besser vorbereitet sein auf den Klimawandel, denn Wald ist ein wesentlicher Faktor für das lokale Klima. Wald kühlt unsere Umgebung und speichert bzw. filtert unser Wasser. Das ist wichtig, denn unsere Trinkwasserquellen sind unsere wichtigste Lebensgrundlage.

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