Ist „laut“ gleich „viele“ oder die Frage,

wie groß die schweigende Mehrheit ist.


„Der Rhöner an sich mag keine Veränderungen. Gerade wieder beim Thema Nationalpark. Die, die keine Veränderungen wollen, stellen Plakate auf mit „Nationalpark nein Danke“. Die meisten, die dafür sind, halten brav die Klappe.“


Diese Zitat aus einer Glosse der Mainpost hat schon etwas Wahres. Egal, wo man hinschaut, der Nationalparkgegner ist meist laut. Wo das eigene Organ nicht mehr ausreicht, bedient er sich gerne der Unterstützung von Verbrennungsmotoren aller Art. Unklar bleib, was er damit ausdrücken möchte – vielleicht, die Technik ist stärker als die Natur? Man weiß es nicht. Ebenso - wie man bislang nicht wusste - wie viele Menschen den jetzt eigentlich pro NP oder contra NP sind. (Obwohl man ja gar nicht mehr dafür oder dagegen sein muss, denn glaubt man einem MDL im Ruhestand, ist die Sache längst pro Nationalpark Rhön bereits entschieden). Aber so leicht wollen wir es uns nicht machen, zumal inzwischen sogar berechnet werden kann, wie groß die „schweigende Mehrheit“ denn ist.

So verkündete die BI gegen den NP jüngst, dass man 4.000 Unterschriften gesammelt habe. Nehmen wir einmal an, die doppelten und dreifachen Unterschriften unserer Test-Unterschreiber sind herausgefiltert worden, so dass es sich tatsächlich um 4.000 Personen handelt. Dummerweise haben die Landkreise Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld zusammen rund 183.000 Einwohner. Da repräsentieren 4.000 Unterschriften dann doch nur magere rund 2,2% der Gesamtbevölkerung. Man könnte also auch sagen, knapp 98% haben nicht gegen einen Nationalpark unterschrieben.

Etwas besser schaut es da in Geroda aus. Der Mainpost war kürzlich zu entnehmen, im Ort hätte man immerhin fast 160 Unterschriften gegen einen Nationalpark zusammenbekommen. Bei einer Einwohnerzahl von rund 800 sind das aber trotzdem nur 20%. In Anbetracht einer engagierten Von-Haustür-zu-Haustür-Kampagne ein eher dürftiges Ergebnis. Man hätte im Gemeinderat auch feststellen können: „Was, 80% der Bürger sind nicht gegen den Nationalpark?“. Wir wissen es nicht. Wir waren nicht dabei. Wir haben nur die Zahlen, die aber doch irgendwie den Verdacht untermauern, dass „laut sein“ nicht gleich „viele sein“ bedeutet.

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