Mountainbiken wird verboten?

Natürlich nicht! (Wandern übrigens auch nicht)

Zunächst eine Vorbemerkung: Für die bayerischen Rhön wird zurzeit ein neues Tourennetzt für die Mountainbiker erarbeitet. In der Vorlage sind rund 1.200 Streckenkilometer, aufgeteilt in 36 Rundtouren zwischen 15 und 95 Kilometern. Die Bayerischen Rhön wird – wenn alles wunschgemäß verläuft – eines der besten MTB-Tourennetze deutschlandweit bekommen. Die Bedeutung von Wandern und Mountainbiken sind also erkannt.

Ein Nationalpark wird an dieser Bedeutung nichts ändern – im Gegenteil! Dazu muss man wissen, dass im Naturschutz ein Umdenken stattgefunden hat. Man weiß, für die Akzeptanz von Naturschutz ist es auch wichtig, dass man zeigt, was man schützt. Die Menschen sollen ja verstehen, warum z.B. gerade dieser oder jener Wald besonders geschützt werden soll. Dazu muss man sich einen solchen Wald aber auch ansehen können. Kann ich das nicht tun, erkenne ich die Unterschiede zwischen einem Urwald und einem Wirtschaftswald nicht und kann folglich auch nicht nachvollziehen, warum Naturschutz oder konkret, ein Nationalpark sinnvoll ist.

Das Ministerium hat von Anfang an bekräftigt, dass es keinen Einschränkungen beim Betreten bzw. Befahren des Waldes geben soll. Daher können alle Wege auch durch Mountainbiker genutzt werden. Selbstverständlich auch die, die nicht als MTB-Weg ausgewiesen werden. Die Ausweisung von MTB-Wegen ist ja in erster Linie eine Maßnahme zur Lenkung von Touristen, die keine Ortskenntnis besitzen.

Im Moment haben wir die Situation, dass für die Kernzonen des Biosphärenreservates ein strengeres Betretensrecht gilt als für den geplanten Nationalpark. In den Kernzonen oder auch im NSG „Lange Rhön“ gibt es nämlich ein sog. „Wegegebot“. Im Nationalpark ist kein Wegegebot vorgesehen. Für Mountainbiker ist dies jedoch unerheblich, dass diese ja – egal wo – immer an die Nutzung von Wegen gebunden sind. Wenn es im Nationalpark keine Einschränkungen im Betretensrecht gibt, gilt das uneingeschränkt, also für alle Wege, unabhängig von deren Breite.

Ob in einem Nationalpark, sobald er einmal ausgewiesen ist, neue Wege angelegt werden, ist eher unwahrscheinlich. Wir sehen allerdings auch die Notwendigkeit des Wegeneubaus nicht, weil alle betroffenen Wälder auf Grund ihrer intensiven forstlichen Nutzung bereits über ein sehr dichtes Wegenetzt verfügen. Bestehende, gekennzeichnete Wege werden in einem Nationalpark aber intensiver gepflegt als vorher. Der Grund ist relativ einfach: Ein Nationalpark ist eine touristische Marke, die zu einem höheren Besucheraufkommen führt. Ein höheres Besucheraufkommen zieht auch intensivere Verkehrssicherungspflicht nach sich.

Da das Konzept für die neuen Mountainbikewege bereist in der Abstimmungsphase mit Rhönklub und Naturschutz ist und demnächst auch den Kommunen vorgestellt wird, kann dieses MTB-Netzt auch in die Planungen eines möglichen Nationalparks Rhön einfließen. Die Rhön bekäme somit ein Wegenetzt für Wanderer und Mountainbiker, dass den Wegenetzen anderer Nationalparks deutlich überlegen sein dürfte.



Rückfragen jederzeit gerne



Mit freundlichen Grüßen



Andreas Schubert i.A. Bündnis Nationalpark Rhön

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