Was ist der Unterschied zwischen Nationalpark

... und Biosphärenreservat ?

Geschützt durch das Biosphärenreservat:
Geschützt durch das Biosphärenreservat: Das typische Mosaik aus Wiesen und Hecken.

Ein Biosphärenreservat hat in allererster Linie den Schutz und die Erhaltung einer vom Menschen geschaffenen Kulturlandschaft zum Ziel. Die Rhön ist das Paradebeispiel schlechthin. Hier wird die alte Kulturlandschaft mit einem Mosaik aus Wiesen und Hecken oder auch die großen Offenflächen auf der Hohen Rhön erhalten. Allerdings ist ein Biosphärenreservat als solches zunächst kein Schutzstatus! Dennoch können sich innerhalb des Biosphärenreservats auch Naturschutzgebiete befinden. Zu diesen Naturschutzgebieten gehören auch die Kernzonen des Biosphärenreservats. In diesen Kernzonen soll sich die Natur nach ihren eigenen Gesetzen entwickeln. Allerdings machen diese Kernzonen nur 3% der Gesamtfläche des Biosphärenreservats Rhön aus. Den weitaus größten Anteil am Biosphärenreservat haben die Entwicklungszonen und die Pflegezone.

Mit 75% nimmt die Entwicklungszone die größte Fläche im Biosphärenreservat Rhön ein. „Hier können Landwirtschaft, Gewerbe und Industrie unter den üblichen gesetzlichen Auflagen wirtschaften. Besonders gefördert wird die Verarbeitung und Vermarktung regionaler Produkte. Die Pflegezonen können vom Menschen umsichtig genutzt werden. Zum Beispiel für ökologisch orientierte Land- und Forstwirtschaft, Landschaftspflege, Maßnahmen zur Umweltbildung oder naturschonenden Tourismus." (Quelle: http://biosphaerenreservat-rhoen.de/wie-geschuetzt).

Geschützt durch einen Nationalpark:
Geschützt durch einen Nationalpark: vielleicht auch einmal ein Teil der Rhöner Wälder.

In einem Nationalpark hingegen spielt die Natur die Hauptrolle. Es geht um den Schutz großer Waldflächen mit dem Ziel, dass sich über einen langen Zeitraum wieder Wälder entwickeln können, die hier natürlicherweise, ohne den Eingriff des Menschen, vorkommen würde. In der Rhön sind das Buchenwaldgesellschaften. Da für diese Ziel aber die Nutzung des Waldes durch den Menschen weitestgehend aufhören muss, kann ein Nationalpark nur in solchen Wäldern entstehen, die dem Freistaat Bayern gehören. Denn man kann einem Privatwaldbesitzer nicht vorschreiben, in seinem Wald kein Holz mehr zu ernten. Ebenso ist es nicht das Ziel eines Nationalparks, Wiesen, Weiden oder gar Ackerflächen wieder in Wald umzuwandeln, denn dies würde ja den Zielen des Biosphärenreservats widersprechen.

In der Rhön würden sich also die Ziele des Biosphärenreservats (Schutz und Entwicklung der Kulturlandschaft) und die des Nationalpark (der Schutz von Waldflächen) ergänzen. Das diese gegenseitige Ergänzung funktionieren kann, zeigt das Beispiel Nationalpark Berchtesgaden.

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